Konzeptidee · Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft · Beispiel Pöchlarn
Zukunftsmusik?
Ein Gedankenexperiment
Wie könnten Erzeugung und Verbrauch innerhalb einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft sichtbar und besser aufeinander abgestimmt werden? Diese Konzeptidee zeigt, wie ein modularer Energiemanagement-Ansatz dafür die Datengrundlage schaffen könnte.
Vom Messen zum möglichen Energiebezug
Der erste Schritt könnte eine aktuelle Sicht auf die Energielage sein: Wie viel PV-Energie würde erzeugt, wie viel würde innerhalb der EEG verbraucht und wann könnte ein Überschuss entstehen? Wo direkte Messwerte fehlen würden, könnte die Erzeugung anhand der bekannten Anlagendaten und Wetterprognosen angenähert werden.
Die verfügbaren Messwerte, Anlagenstammdaten und Prognosen könnten am Server zusammengeführt und summiert werden. So ließe sich ein möglichst vollständiges Bild der Energieflüsse innerhalb der EEG entwickeln: von der erwarteten Erzeugung über den aktuellen Verbrauch bis zur verfügbaren Energie für flexible Verbraucher.
Eine solche Verarbeitung müsste mit besonderem Augenmerk auf Datensicherheit und unter Berücksichtigung der geltenden europäischen Datenschutzanforderungen konzipiert werden. Daten sollten nur im erforderlichen Umfang verarbeitet werden und die technische Architektur müsste die Informationen der EEG-Mitglieder schützen.
Die mögliche Datengrundlage der EEG
Für eine belastbare Prognose müssten die Anlagen Schritt für Schritt beschrieben werden. Das Anlagenblatt zeigt beispielhaft, welche Informationen zusammenkommen könnten: installierte Leistung, Standort, Ausrichtung, Neigung, Wechselrichter und die Verfügbarkeit von Messdaten.
Die dargestellten Anlagenwerte sind Beispiele und dienen der Veranschaulichung. In der Praxis werden die Werte je Anlage und Standort individuell erfasst.
So könnte ein intelligentes Energiemanagement entstehen
Erzeugung erfassen
Ein Shelly Plug S könnte als Gateway verfügbare Wechselrichterdaten aus dem internen Netzwerk auslesen und aktuelle PV-Werte an den Server übertragen.
Prognose ergänzen
Anlagendaten wie Leistung, Standort und Ausrichtung könnten mit Wetter- und historischen Daten verbunden werden, auch wenn nicht jede Anlage direkt messen würde.
Verbrauch schalten
Der Shelly Plug S könnte einen angeschlossenen Verbraucher messen und schalten. So ließen sich Warmwasser, Ladegeräte oder andere flexible 230-V-Verbraucher auf verfügbare EEG-Energie abstimmen.
Möglicher wirtschaftlicher Mehrwert
Je mehr Verbrauch innerhalb der EEG auf verfügbare Erzeugung treffen könnte, desto weniger Energie müsste außerhalb der Gemeinschaft bezogen werden. Gleichzeitig ließen sich die EEG-bedingten Vorteile bei den Netzentgelten möglicherweise besser nutzen. Bei einer regionalen EEG könnte die Reduktion je nach Ausgestaltung und Netzebene beispielsweise 28 % betragen.
- Mehr erneuerbare Energie könnte innerhalb der Gemeinschaft bleiben
- Der externe Energiebezug ließe sich möglicherweise reduzieren
- Flexible Verbraucher könnten sinnvoll eingeplant werden
- Leistungsspitzen könnten gezielter reduziert werden
Ein möglicher modularer Weg für EEGs
Der Ansatz könnte klein beginnen: mit vorhandenen Wechselrichterdaten und den Stammdaten der Anlagen. Danach ließen sich weitere Messpunkte, Prognosen und steuerbare Verbraucher integrieren. So könnte aus der Datenerfassung schrittweise ein skalierbares Energiemanagement für die gesamte Gemeinschaft wachsen.
P.S.: Was heute noch nach Zukunftsmusik klingt, ist im Einfamilienhaus bereits als Demo umgesetzt: Die SVG-Ansicht auf der Startseite zeigt PV-Erzeugung, Hausverbrauch, E-Auto und Netzbezug mit Beispielwerten. Der Schritt zur EEG wäre also eigentlich gar nicht so groß. Ein bisschen größer gedacht, aber technisch ganz gut gelaunt.